Die exponierte Lage Oberwäldens auf einem Ausläufer der Schurwaldhöhen mit seinen umgebenden Obstwiesen und die angrenzenden waldreichen Talhängen lassen die vielfältigen Landschaftsformen und naturräumlichen Qualitäten des Schurwaldes auf eindrucksvolle Weise erleben. Die Ortschaft und mit ihr die Landschaft kann auf eine geschichtliche Vergangenheit zurückblicken.

Im Jahre 1185 erhielt das benachbarte Kloster Adelberg verschiedene Güter in „Odihnwäldiu“ durch einen Tausch zwischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und Herzog Welf VI. Wenig später muss auch die Kirche von Oberwälden an Adelberg getauscht worden sein, denn 1187 bestätigte Bischof Hermann von Konstanz dem Kloster diesen Besitz. Nahezu einhundert Jahre später veräußerte Friedrich von Staufeneck im Jahre 1274 alle seine Güter zu Wangen und Oberwälden, ausgenommen das Patronatsrecht der dortigen Kirche, an das Kloster.

In dieser Urkunde wird der Ort „superiori villa Waldiu“, d. h. das obere Dorf Wälden bezeichnet.

Im Jahre 1284 erwarb das Kloster Adelberg nach der Beilegung eines Streits mit den Söhnen des verstorbenen Friedrich von Staufeneck auch die Einkünfte der Kirche in Oberwälden. Das Patronatsrecht ging jedoch erst 1421, bzw. 1434 durch Ulrich von Ahelfingen und Sefrid von Zillenhart an das Kloster im Geschenkwege über. Mit der Aufhebung des Klosters Adelberg im Zusammenhang mit der Einführung der Reformation 1534 fiel dessen Besitz an das Herzogtum Württemberg.

Bereits 1558 zog in die Pfarrei Oberwälden ein evangelischer Pfarrer ein. Bis zur Einrichtung einer eigenen Pfarrei im benachbarten Rechberghausen um 1600 gehörte die dortige Kapelle im „Städtle“ als Filiale zu Oberwälden.

1559 kam Börtlingen kirchlich zu Oberwälden und blieb mit ihm bis 1844 verbunden. 1807 wurde das Klosteroberamt Adelberg aufgehoben und an die angrenzenden Oberämter Göppingen und Schorndorf aufgeteilt. Bis 1806 gehörten verschiedene Güter in Oberwälden zur degenfeldischen Herrschaft Rechberhausen.

In der dem heiligen Nikolaus geweihten Kirche in Oberwälden besitzt der Ort ein bedeutendes Kulturdenkmal. Der wuchtig, in die spätromanische Zeit zurückreichende Chorturm beherbergt einen einzigartigen Freskenzyklus aus dem frühen 14. Jahrhundert. Quelle: Text in Anlehnung an die Informationstafel am Dorfbrunnen.